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Schreiben auf Wolke Sieben: Alles, was Du über Cloud-Editoren wissen musst

Wenn es eine Sache gibt, bei der sich Autor*innen jeder Couleur schnell einig sind, dann ist es diese: Schreiben ist harte Arbeit. Von der Idee zum vollendeten Skript lauern unzählige Fallstricke und Panikattacken, vom berühmt-berüchtigten Kampf mit der weißen Seite über die Interpunktion (muss zwischen „Seite“ und „über“ eigentlich ein Komma gesetzt werden?) bis zur Sicherung des vorläufig fertigen Texts auf mindestens zehn Speichermedien – nur zur Sicherheit. Cloud-Editoren versprechen, Schriftsteller*innen das Leben deutlich einfacher zu machen. Da das Schreiben, Bearbeiten und Speichern von Texten online für viele Tastaturprofis aber noch immer Bücher mit sieben Siegeln sind, stelle ich im Folgenden Cloud-Editoren für Autor*innen im Detail vor und wäge ihre Vor- und Nachteile ab.

Sehr alte Schreibmaschine

Was sind Cloud-Editoren?

Cloud-Editoren sind internetbasierte Schreib- und Textverarbeitungsprogramme. Die einfache aber revolutionäre Idee hinter den ersten Cloud-Editoren war es, das Schreiben mobil und dennoch sicher zu gestalten. Durch die kontinuierliche Speicherung des Schreibfortschritts auf einem oder mehreren Servern des Anbieters, ist der Autor/die Autorin nicht mehr an einen Computer gebunden, sondern kann nach Belieben zwischen Geräten wechseln und von überall aus auf den aktuellen Schreibstand zugreifen. Da die Datensicherung automatisch, sicher und geschützt passiert, gehören sowohl der Verlust von Textpassagen (durch Programmabsturz, Bedienungsfehler etc.) als auch das Hin- und Herschieben von Dateien zwischen USB-Sticks, Geräten und Hosentaschen der Vergangenheit an.

Eine weitere Basisfunktion von Cloud-Editoren ist es, das Schreiben und Bearbeiten von Texten im Team zu ermöglichen. Ein Autor*innenteam kann gemeinsam und in Echtzeit an einem Text arbeiten, Änderungen nachvollziehen und Inhalte diskutieren. Kein Schriftsteller und keine Schriftstellerin sind Einzelkämpfer*innen. Spätestens in den Überarbeitungs- und Korrektur- und Layoutschleifen wird ein Skript durch viele Hände gehen und über diverse Bildschirme flimmern. Cloud-Editoren vereinfachen auch diesen Arbeitsprozess ungemein und erleichtern die Zusammenarbeit zwischen Autor*in und Team.

Neben diesen Basisfunktionen bieten die meisten Cloud-Editoren eine Reihe unterschiedlicher Einstellungen und Optionen, die das literarische Herz höherschlagen lassen: Modifizierbare und reduzierte Oberflächen für ein ablenkungsfreies Arbeiten, nostalgische Schreibmaschinenanschläge für ein besonderes Tippen, alternative Schrifttypen und voreingestellte Buchlayouts beispielsweise.

Top Five: Die bekanntesten Clouds für Schriftsteller*innen

 

1. ZenPen – wenn es ein bisschen weniger sein darf

ZenPen (https://zenpen.io/) ist eine der minimalistischsten Cloud-Editoren im Netz. Puristen und Autor*innen, die sich allzu schnell durch zu viele Programmoptionen und Spielereien ablenken lassen, kommen hier auf ihre Kosten. In ZenPen werden Texte auf einem weißen Untergrund geschrieben, einfach formatiert (Fettung, Kursivierung, Verlinkung und Zitate sind möglich) und als HTML, Markdown oder Plain Text exportiert. Vorsicht: ZenPen speichert Texte nicht automatisch ab, verzeiht aber versehentliches Browserschließen durch ein technologisches Kurzzeitgedächtnis. Weniger Spielkram, mehr Zen – für Textprofis aber nur mit Einschränkungen geeignet.

2. Writer: Schnell viel Schreiben

Writer (https://writer.bighugelabs.com/welcome) ist ein rundum Cloud-Editor in einem ablenkungsfreien Design. Nach einer einfachen und kostenlosen Anmeldung lädt Writer dazu ein, Texte jeder Länge – auch Großprojekte sind problemlos möglich – online allein oder im Team zu schreiben und zu bearbeiten. Der Text wird automatisch und kontinuierlich während des Schreibens gespeichert. Auf Wunsch können diverse besondere Schriftarten und Farben, Layouts und Schreibmaschinengeklapper eingestellt sowie individuelle Schreibziele definiert werden. In der kostenlosen Basisversion kann der Text aus der Cloud als PDF exportiert werden; in der kostenpflichtigen Premiumversion gibt es deutlich mehr Exportfunktionen, VIP-Support und einen Thesaurus in der Schreibmaske. Schön ist: Mit Writer kann man sowohl in der Basis- als auch in der Premiumversion bei Bedarf offline arbeiten.

3. Der Klassiker: Google Docs

Google Docs ist sicher der bekannteste Cloud-Editor und hat seiner Zeit das gemeinschaftliche Arbeiten an Texten revolutioniert. Bei Google Docs fühlen sich Teamplayer und Maximalist*innen besonders wohl. Während ZenPen und Writer Umgebungen für ablenkungsfreies und minimalistisches Schreiben bieten wollen, liefert Google Docs den Rundumschlag mit Hunderten Schriftarten, Design- und Layoutalternativen. Für das Arbeiten im Team ist besonders attraktiv, dass trotz automatischer Speicherung aller Schreib- und Änderungsprozesse auch auf ältere Versionen des Texts zugegriffen werden kann – ein sinnvoller doppelter Boden, der hilft, das nicht unerhebliche Konfliktpotenzial innerhalb von Autor*innenteams zu senken. 

4. OnlyOffice – Business as usual

OnlyOffice (https://www.onlyoffice.com/de/) gilt als eine der besten Lösungen für die unternehmerische Cloud-basierte Textverarbeitung. Das Online-Office-Paket stellt eine echte Alternative zu Microsoft Office dar und bietet Editoren für Texte, Tabellen und Präsentationen. Gemeinschaftsprojekte werden beispielsweise durch Echtzeitchats und Revisionsverlauf (ähnlich Google Docs) unterstützt. Für die Privatperson wird OnlyOffice in der Version „OnlyOffice Personal“ komplett kostenlos zur Verfügung gestellt. OnlyOffice ist somit eine tolle Lösung für Schriftsteller*innen, die sich kein teures Textverarbeitungsprogramm kaufen bzw. als Abo mieten wollen.

Die Cloud mit professioneller Hilfestellung: Reedsy

Reedsy (https://reedsy.com/) ist eine britische Plattform, die Cloud-basiertes Schreiben und Textverarbeiten (individuell oder im Team) mit verwandten Serviceangeboten verknüpft. Schriftsteller*innen können somit nicht nur ihren Text schreiben, bearbeiten, hoch- und runterladen, sondern sich einen professionellen Herausgeber, eine Lektorin, eine Webdesignerin, einen Marketingspezialisten oder einen Ghostwriter an die Seite holen. Die Plattform ist kostenlos, der ggf. zusätzlich gebuchte Service selbstverständlich nicht. Sie sollten allerdings in der Lage sein, etwas Taschengeld investieren zu können.

Für wen eignet sich das Schreiben in einer Cloud besonders gut?

Bringen wir es noch einmal auf den Punkt: Cloud-Editoren eignen sich besonders gut für Schriftsteller*innen, die

  • meistens online sind,
  • oft zwischen technischen Geräten hin und her wechseln,
  • mobiles Schreiben schätzen,
  • durch automatisches und kontinuierliches Speichern beruhigt werden,
  • ablenkungsfreies Schreiben und/oder Schreiben im Team praktizieren wollen,
  • kostengünstige Alternativen zu Textverarbeitungsprogrammen suchen und
  • die ein oder andere Spielerei und Individualisierungsoption mögen.

Für wen ist ein Offline-Editor eine gute Lösung? 

Trotz aller innovativen und spannenden Eigenschaften sind Cloud-Editoren nicht das Allheilmittel für alle Schriftsteller*innen und Textverarbeitungsprobleme. Die nach wie vor begehrten Offline-Editoren – beispielsweise Microsoft Word, Papyrus Autor oder Scrivener – sind herunterladbare Programme, die auch bei fehlender oder schwacher Internetverbindung hervorragend laufen. Ein Offline-Editor wird in der Regel als Lizenz gekauft und (je nach Lizenz) auf einen oder mehrere Rechner installiert. Der mit dem Offline-Editor geschriebene Text wird auf dem Rechner oder Speichermedium vor Ort gespeichert. Gemeinsames Arbeiten im Team funktioniert meist nur durch das Kommunizieren der Textdatei(en) zwischen den einzelnen Teammitgliedern.

Während Microsoft Word die wohl bekannteste Rundumlösung unter den Textverarbeitungsprogrammen ist, bieten Programme wie Papyrus Autor und Scrivener Features, die unmittelbar für die Bedürfnisse und Arbeitsrealität von Schriftsteller*innen konzipiert sind. Hier gehören Storyboards, Recherchetools und Plot-Planer ebenso zur Ausstattung wie individualisierbare Schreibpläne, Meilensteinplaner und Lösungen für den professionellen Selbstverlag.

Für Autor*innen, die ein komplexes, aber kostspieligeres Programm erwerben möchten, das auch ohne Internetverbindung problemlos funktioniert und Texte auf der eigenen Festplatte oder einem anderen Speichermedium vor Ort speichert, ist ein Offline-Editor eine sehr gute Lösung. Das gilt insbesondere für Schriftsteller*innen, die primär alleine schreiben und Teamarbeit am Text nur in Ausnahmefälle praktizieren wollen.

Willkommen in der Schriftsteller|Cloud!

Wäre es nicht eine hervorragende Idee, die besten Eigenschaften von Offline-Editoren in die innovative und kostengünstige Welt der Online-Editoren zu übertragen? Genau das ist die Idee hinter Schriftsteller|Cloud!

Schriftsteller|Cloud vereint einen deutschsprachigen, internetbasierten Texteditor auf dem neusten Stand der Technik und Datensicherheit mit dem ablenkungsfreien und individuellen Design, das Schriftsteller*innen zu schätzen wissen – nostalgische Schreibmaschinenklänge und -schriftbilder miteingeschlossen. Zusätzlich organisiert die zentralen Projektbibliothek unterschiedliche Buch- und Textprojekte übersichtlich und die Charakterverwaltung hilft, auch in komplexesten Plotlinien den Überblick zu behalten. Texte werden akribisch auf Rechtschreib- und Grammatikfehler überprüft und lassen sich problemlos in gängige Formate (auch Word und HTML) exportieren. Die bereits umfangreiche Basisversion ist kostenlos, die Premiumversion ist als absolutes Sorglospaket für Schriftsteller*innen mit € 5,99 pro Monat eines der kostengünstigsten auf dem Markt.

 

 

Bild von lynnea auf Pixabay


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