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Noch ein Online-Editor für Schriftsteller

Wie kam es dazu, dass es noch einen Editor geben sollte, wo es doch bereits hunderte andere Editoren gibt. Wieso kein Word, Google-Docs, Scrivener, Papyrus, ...?

Schreibmaschine

Die Vorgeschichte

Vor einigen Jahren, um genau zu sein, im Jahr 2014 brachte mich meine Tochter, damals im absoluten Vorlesefieber auf die Idee, ein Buch zu schreiben. Dabei ging es vor allem darum nicht Einschlafen zu müssen und eine Geschichte nach der anderen vorgelesen zu bekommen.

In meiner Not schaltete ich einfach das Licht aus und erfand einfach eine ganz kurze Geschichte, die ich ihr in der Dunkelheit ins Ohr flüsterte. Das klappte die ersten Tage ganz gut, bis sie auf die Idee kam und forderte: »Papa, erzähl mir die Geschichte von gestern noch einmal.«

Tja, da lag ich nun ganz verdattert neben ihr und versuchte mich verzweifelt daran zu erinnern, was ich eigentlich gestern Wirres erzählt hatte.

Richtig, es ging um eines ihrer Kuscheltiere und ein kleines Missverständnis, dass dazu führte, dass ein Kuscheltier lebendig wurde und sich Knufftuff nannte. Und weil meine Kleine versehentlich »Affel« und nicht »Affe« dazu sagte, heißt das dazugehörige Buch jetzt: »Der kleine Affel Knufftuff.«1

Aber ich schweife ab. Es ging ja darum, die in der Dunkelheit erzählten Geschichten auch korrekt wiedergeben zu können. Also holte ich schwups das Ipad (mit integrierter Tastaturhülle) und begann während ich erzählte (immer noch in der Dunkelheit), die Geschichte aufzuschreiben.

Mit der Zeit wurden daraus immer mehr und ich kam in die Verlegenheit, das unerwartete Projekt irgendwie zu organisieren.

Verschiedene Werkzeuge mit verschiedenen Stärken (und Schwächen)

Zuerst hatte ich einfach Google Docs benutzt und war damit auch ganz gut klargekommen. Dann wurde es aber langsam unübersichtlich, da nach einiger Zeit zu viele Kapitel in einem Dokument waren und ich den Überblick verlor.

Als Fan von Latex begann ich dann mein Buch nach Latex zu konvertieren und, damit ich es überall im Zugriff hatte, in Dropbox zu speichern. Vor allem, weil Texpad mit Hilfe von Dropbox auch auf dem Ipad nutzbar war (allerdings sehr schnell an meinem Latex verzweifelte und regelmäßig abstürzte).

Damit kam ich aber trotzdem ganz gut klar, die Mac-App war brauchbar (und irgendwann entdeckte ich TexStudio als kostenlose Alternative), aber irgendwann wurde es auch zu unübersichtlich und ich hatte immer wieder die Sorge, dass ich Textblöcke oder Ideen durch versehentliches oder sogar absichtliches Löschen verliere und später nicht mehr darauf zurückgreifen könne.

Als begeisteter Programmierer bediente ich mich dann schnell eines Versionsmanagement-Systems (erst SVN, dann GIT) und war erstmal glücklich. Hier konnte ich sicher sein, dass alle Änderungen (nachdem ich jeweils manuell eine Version erstellt hatte, gennant commit) für immer gespeichert waren.

Konvertierungshölle

Dann kam die heiße Phase und es ging ums Lektorat. Der nette Lektor wollte allerdings ein Word-Dokument haben. Wer schon mal Latex gesehen hat, weiß, dass es doch etwas aufwendiger ist, aus einem schön formatierten Latex-Dokument ein Word-Dokument zu machen.

\begin{addmargin}[1cm]{0cm}
Hallo ihr! Liegt ihr schon im Bett?
\end{addmargin}
\thispagestyle{empty}
\begin{itemize}
	\item \textbf{Ja?} Toll, dann können wir gleich loslegen mit der Geschichte vom kleinen Affel Knufftuff.
	\item \textbf{Nein?} Na jetzt aber los. Hopp, rein ins Bett und unter die Decke geschlüpft. Unser kleiner Affel Knufftuff ist schon ganz ungeduldig.
\end{itemize}

Ihr seid sicher schon ganz neugierig und wollt endlich wissen, wer dieser Affel Knufftuff eigentlich ist, oder?
Also, Knufftuff ist ein kleiner, lustiger, frecher, bunter {\dots} Halt! Einen Moment noch {\dots}
\pagenumbering{arabic}

Ich war mir sicher, dass ich ihn nicht davon überzeugen können würde, so etwas zu akzeptieren.

Ich konvertierte schließlich mein Latex nach HTML und das öffnete ich mit Microsoft Word, sodass ich am Ende ein einigermaßen passendes Word-Dokument hatte.

Dieses erhielt ich dann nach kurzer Zeit zurück und musste dann daran gehen, alle Änderungsvorschläge im Word-Dokument wieder zurück nach Latex zu übernehmen.

Fazit

Ich wollte also einen Editor, der verschiedene Features kombiniert, mich aber nicht durch seine Komplexität abschreckt. Er sollte folgende Dinge können:

  • Online verfügbar sein
  • Den Änderungsverlauf möglichst automatisch speichern
  • Er sollte optisch ansprechend sein
  • Eine Rechtschreibprüfung wäre toll
  • Die Figuren in meinen "Büchern" sollten leicht umzubenennen sein
  • Ein Lektorat sollte einfach möglich sein

Und so begann mein Projekt, eine Cloud-Lösung zu bauen, die möglichst viele Features in sich vereint, die ich persönlich haben wollte.

 

 

 

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Bild von StockSnap auf Pixabay


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